20
Jan

Dein mobiler Gesundheitscheck – das Gesundheitsmanagement der Zukunft!

Derzeit gibt es tausende kostenlose bis günstige Apps (englisches Kurzwort für “Anwendungen”) für das iPhone. Spieleapps, Apps fürs Business und für die Bildung. Es gibt fast nichts, das das iPhone nicht kann!

Seit kurzer Zeit gibt es neben den Apps aber auch neue und äußerst innovative Zusatzprodukte, von denen wir heute eines vorstellen möchten: Dein Gesundheitsmanagement der Zukunft!

Als einer der führenden Spezialisten in der privaten Gesundheitsvorsorge hat die Firma Medisana mit den VitaDoc Produkten eine Serie zertifizierter Medizinprodukte sowie eine Körperanalysewaage entwickelt. Die verschiedenen Messmodule der Serie für Blutdruck, Gewicht und Körpertemperatur sind kombiniert mit einer zentralen kostenlosen Software-Applikation, der VitaDoc App.

Angedockt an ein Endgerät wie Dein iPhone, iPad oder Deinen iPod touch hast Du die Messung, Auswertung und Kontrolle Deiner wichtigsten Vitalfunktionen sicher im Griff! Du benötigst nur eine einzige App, die VitaDock App, welche beim ersten Anschließen aus dem App-Store fast automatisch heruntergeladen und installiert ist, und auch selbständig regelmäßige Updates ausführt. So kannst du die gemessenen und gespeicherten Ergebnisse jederzeit aufrufen, und auch via E-Mail an Deinen Arzt übermitteln.

ThermoDock: das innovative Infrarot-Thermometer für die präzise Temperaturmessung
Die einfache und bequeme Messung der Körpertemperatur ist durch die berührungslose Infrarottechnik sehr hygienisch. Durch die Speicherungsmöglichkeit von verschiedenen Profilen kann das Gerät auch von mehrern Personen genutzt werden. Automatische Fieberanzeige bei erhöhter Temperatur. Eine weitere Einsatzmöglichkeit ist die Messung der Temperatur von Oberflächen und Flüssigkeiten, wie zB Tee, Badewasser oder Babymilch.
Abmessungen: 31.5 x 58 x 9.4 mm, Gewicht: 20 g.
Der ThermoDock im Test bei futurezone: klein und handlich, einfach bedienbar, auch für Menschen, die damit noch wenig Erfahrung haben. Für Menschen, die täglich ihre Körpertemperatur beobachten und protokollieren müssen, bringt das Gerät auf jeden Fall eine Zeitersparnis mit sich und trotzdem relativ genaue Werte. Fazit: “gut, aber teuer”.

zB bei T-Mobile erhältlich um 79,90 €

TargetScale: die Körperanalysewaage mit Zielfunktion für schnellen Erfolg
Präzise Ermittlung von Gewicht, BMI (Body Mass Index), Anteil Körperfett und -wasser, Knochen- und Muskelmasse. Durch die Verbindung zum iPhone oder iPad können alle Werte gespeichert, im Zeitverlauf verfolgt, und ausgewertet werden. Bis zu vier individuelle Nutzerprofile können angelegt werden plus zusätzlich 5 iOS Nutzer.
Abmessungen: 36 cm Durchmesser, Gewicht: 2 kg.
Die TargetScale im Test bei futurezone: für Athleten ein guter Begleiter bei ihren Trainings, so lässt sich damit zielgenau die Körperanalyse-Werte vor und nach dem Essen oder Trainieren messen. Auch zum Abnehmen bei Übergewicht könnte die Waage ihren Beitrag leisten, allerdings erweist sich die Verbindung mit Bluetooth als etwas schwierig

zB bei T-Mobile erhältlich um 149,90 €

CardioDock: das Messmodul für Blutdruck und Puls
Blutdruck und Puls werden am Oberarm gemessen, und können im iPhone oder iPod gespeichert und graphisch im Zeitverlauf dargestellt werden. Der exakte Messwert wird aus drei aufeinander folgenden Messungen ermittelt.
Abmessungen: Manschette 22 – 32 cm.
Das CardioDock im Test bei futurezone: leichte Bedienung, Veränderungen können auch über einen langen Zeitraum genau beobachtet werden.

zB bei T-Mobile erhältlich um 129,90 €

Mit den VitaDock Produkten der Firma Medisana wird Deine Gesundheit mobil!

Dein MED und Mehr Team

23
Nov

AliveCor macht Ihr iPhone zu einem EKG

Aus meinem News Archiv: 23. November 2011
Fast täglich werden wir mit neuen Funktionen von Smartphones überrascht. Anrufe, SMS, Emails und der Wetterbericht sind schon sehr interessant, aber einige Unternehmen machen das Beste daraus. Sehen Sie zum Beispiel die iPhone App “EKG”, die zur Zeit entwickelt wird.

AliveCor macht Ihr iPhone zum EKG

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06
Jun

Stadtdialog “Changing Places”: Vortrag von Architekt Kent Larson

Aus meinem  News-Archiv: 06.06.2011

Im Rahmen der “Wiener Stadtdialoge” hält Architekt Kent Larson auf Einladung der Vizebürgermeisterin der Stadt Wien, Frau Mag.a Maria Vassilakou einen Vortrag an der TU Wien.

Im Anschluss an den Vortrag diskutieren Prof. Larson, Vizebürgermeisterin Vassilakou, Prof. Luchsinger, Edeltraut Stiftinger und Katja Schechtner neue Strategien zur Veränderung von Städten.

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17
May

Mathematik Unterricht für die Zukunft

Beispielhaft!:

03
Mar

Die Idee alleine reicht zum Unternehmer nicht

Aus meinem News-Archiv: 13./14.2.2010

DiePresseDIE IDEE ALLEINE REICHT ZUM UNTERNEHMER NICHT

(”Die Presse”, Print-Ausgabe, 13./14.02.2010)

10
Feb

Alternative Unterrichtskulissen: Holz bremst Herz

Aus meinem News Archiv: 17. Jänner 2010

Eiche, Fichte und Feng Shui: In der Steiermark wird in Pilotprojekten die beruhigende Wirkung alternativer Unterrichtskulissen erprobt.

Das wird eine Revolution auslösen.“ Johann Resch, Bürgermeister von Haus im Ennstal, kennt wenig Bescheidenheit, wenn es um sein aktuelles kommunales Lieblingsprojekt geht: die beiden „Holzklassen“ in der Volksschule des obersteirischen Wintersportortes.

Die Generalsanierung des 33 Jahre alten Gebäudes hat man dort genutzt, um zwei Klassenräume (fast) vollständig zu „verholzen“. „Wenn bei uns die Bäume schon beim Fenster hereinwachsen, dann sollten wir sie auch nutzen“, begründet Resch die Initiative. Und so besteht der Boden in den beiden Klassenzimmern nunmehr aus geöltem Eichenholz, die Decke aus unbehandelter Fichte mit integrierten Lichtlamellen aus Zirbenholz, die für eine wohlig-weiche Beleuchtung sorgen, die Wand aus unbehandelten Fichtenbrettern und der Kasten für die Zeichen- und Bastelutensilien an der Rückwand der Klasse aus einem wuchtigen Zirben-Buche-Mix.

Der Rückgriff auf endemische Rohstoffe – zwei Drittel der Steiermark sind bewaldet – hat aber nicht nur pragmatisch-ökonomische Gründe, sondern war auch von Erwartungen in puncto Gesundheit begleitet. Denn Vollholzausstattungen wirken auf den Organismus beruhigend. Das ist wissenschaftlich erwiesen, seit die steirische Forschungsgesellschaft Joanneum Research die gesundheitsfördernde Wirkung von Zirbenholzzimmern nachgewiesen hat. 3600 Herzschläge pro Tag erspart man sich demnach in einem ausschließlich mit Zirbenholz eingerichteten Schlafzimmer. Das ist aber noch nichts gegen die „Holzklassen“ in der Hauser Volksschule, die ebenfalls eine Zweitfunktion als „Joanneum-Forschungslabor“ erfüllten.

8600Herzschläge weniger. Das gesamte vergangene Schuljahr über wurden bei 28 Schülern zweimonatlich 24-Stunden-EKG-Messungen durchgeführt. Als Vergleichswerte dienten Messergebnisse in den Sommerferien beziehungsweise Referenzmessungen bei gleichaltrigen Schülern, deren Klassenzimmer (aus Kostengründen) mit Linoleumboden, Gipskartondecken mit Dispersionsfarbe und Kästen aus beschichteten Spanplatten saniert wurden.

Das Ergebnis: Die Schüler in den „Holzklassen“ weisen im Laufe eines Tages durchschnittlich um 8600 Herzschläge weniger auf als ihre Kollegen in den konventionell eingerichteten Klassenräumen. „Der deutliche Unterschied ist schon überraschend“, gibt Studienleiter Maximilian Moser vom Joanneum-Research-Institut für Nichtinvasive Diagnostik und Professor an der Medizin-Uni in Graz, zu.

Schneller in den „Ferienmodus“. So ist zwar in beiden Klassentypen in der Früh bei den Schülern ein Anstieg der Herzfrequenz von bis zu 30 Schlägen pro Minute gegenüber dem „Ferienmodus“ festzustellen. Das ist auf das frühe Aufstehen zurückzuführen. In der Massivholzklasse pendelt sich der Puls aber schon am frühen Vormittag wieder auf das Ferienniveau ein, während in den Standardklassen die Herzfrequenz während des gesamten Schulvormittags und bis in den frühen Nachmittag über den in den Ferien gemessenen Werten liegt.

Einen deckungsgleichen Verlauf konnten die Forscher bei der Aktivität des Vagus-Hirnnervs feststellen, der wegen seiner herzschützenden Funktion als Stoffwechselregulator gilt: Die Herzen der „Holzklassen“-Kinder werden demnach signifikant weniger belastet als jene der Kinder in den Standardklassen. Auch in ihrer subjektiven Bewertung der Beanspruchung durch die Lehrer weichen die Antworten der Schülergruppen stark voneinander ab: Die „Holzklassen“-Schüler fühlen sich bereits ab Jänner wieder so entspannt wie in den Ferien, wobei die Mädchen noch stärker auf die beruhigende Wirkung der Holzumgebung ansprechen als die Burschen (die Daten der Lehrer werden von Moser erst ausgewertet). In den Standardklassen steigt das Anforderungsgefühl auch nach den Weihnachtsferien weiter an.

Trotz dieser deutlichen Ergebnisse wittert Studienleiter Moser noch Optimierungspotenzial, beispielsweise bei der Bestuhlung. Bürgermeister Resch ist auch so schon jetzt zufrieden: „Ein Hammer.“ Er erhofft sich einen Schneeballeffekt, nämlich, „dass die Kinder auch zuhause auf einen verstärkten Einsatz von Holz als Baustoff drängen.“ Und auch den Regierungsspitzen und vor allem der Unterrichtsministerin sollen die Studienergebnisse präsentiert werden – als Basis für die „Revolution“, die Resch erwartet.

In den Noten selbst spiegelt sich das angenehmere Lernumfeld allerdings nicht direkt wider. Aber durch die entspanntere Atmosphäre und die bessere Konzentrationsfähigkeit ist für die gleiche Leistung zumindest weniger Aufwand notwendig.

„Feng Schule“. Ebenfalls positiv auf die Leistung und das allgemeine Lernklima hat sich eine andere Maßnahme in der Sportmittelschule Bruckner in Graz ausgewirkt. Vor zwei Jahren wurden die Klassenräume nach Feng- Shui-Kriterien neu gestaltet. „Vor allem auf die richtige Farbe der Wände wurde Wert gelegt“, erklärt Direktor Michael Habjanic. Nüchtern-sterile Wandanstriche wichen warmen Orange-, Gelb- und Rottönen, auf jahreszeitlich abgestimmte Klassendekorationen mit Naturmaterialien wird seither verstärkt Wert gelegt.

Außerdem wurde im Rahmen des „Feng Schule“-Projekts des Schulstadtrats ein bis damals ungenutzter Innenhof zu einem Feng-Shui-Garten umgebaut. Eine Kräuterspirale, ein Biotop, gemütliche Sitzecken und Pflanzenbeete würden von den Schülern seither intensiv zum Lernen, Lesen und Relaxen genutzt, erklärt Habjanic. In dem Garten stößt sogar die Oberhoheit des Direktors an selbst gezogene Grenzen: „Für dieses Areal haben die Kinder die Verhaltensregeln selbst aufgestellt. Und sie schauen auch drauf, dass sie eingehalten werden.“

(”Die Presse”, Print-Ausgabe, 17.01.2010)

25
Jan

One Laptop Per Child

Aus meinem News Archiv: May/June 2008

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For more information, go to technologyreview.com

20
Jan

Lehren und Lernen: „Cool, eine eher exotische Sache“

Aus meinem NEWS Archiv: 27. Oktober 2008

Das Impulszentrum für „Cooperatives Offenes Lernen“ (Cool) räumt mit dem klassischen Unterricht auf. In einem Teil der Schulstunden ist der Lehrer Partner, die Schüler bestimmen Tempo und Stoffbereich.

Man kann mit anderen zusammen arbeiten.“ „Das ist jetzt viel lustiger.“ „Es bleibt einfach mehr hängen.“

Unterricht einmal anders. Interessant, abwechslungsreich, mitunter fröhlich, die Schüleraussagen sind eindeutig. Es darf, richtiger: soll mit den Mitschülern geredet werden. Und das alles nicht in einem Sondertyp einer Privatschule, sondern durchaus im öffentlichen Schulwesen. Genauer: in jenen berufsbildenden höheren Schulen, die sich am Projekt „Cool“ beteiligen.

Georg Neuhauser und Helga Wittwer, beide von der Handelsakademie Steyr, sind die Initiatoren des Projekts „Cooperatives Offenes Lernen“, kurz Cool genannt. Es geht dabei in erster Linie um eine Lehrerkooperation, „eine eher exotische Sache“, wie Neuhauser sagt. Denn Lehrer sind hierzulande ausgebildete Einzelkämpfer. Die Teamarbeit ist dabei weitgehend unbekannt. Neuhauser: „Die meisten Lehrer sind gewohnt, dass ihnen niemand dreinredet, sie lassen sich ihre Freiheit nicht nehmen.“ Und parallel dazu steht die Teamarbeit der Schüler.

Die beiden Cool-Initiatoren haben schon vor zwölf Jahren ein Bedürfnis für eine Veränderung festgestellt. 1996 starteten sie ihr Pionierprojekt, das derzeit eine steile Aufwärtsentwicklung erlebt. Bereits mehr als 80 Schulen praktizieren in der einen oder anderen Form den Cool-Unterricht. Die Grundidee der gesamten Initiative ist recht einfach: Wenn Schülerinnen und Schüler teamfähig werden sollen, dann müssen es die Lehrerinnen und Lehrer auch sein. Sie müssen sich also zu Einstiegsklausuren zu Beginn des Schuljahres, dann zu regelmäßigen Teamsitzungen zwecks Reflexion und Weiterentwicklung des Cool-Projekts treffen. Ohne zusätzliche Gage oder angerechneter Unterrichtsstunde übrigens.

Die Lehrkräfte machen mit, „weil es ein Bedürfnis nach einer Veränderung des Unterrichts gibt“ (Neuhauser). Denn einem fünf- oder sechsstündigen Vortrag – wenig schmeichelhaft als Frontalunterricht gebrandmarkt – könnten die Schüler nicht konzentriert folgen. Also müsse man für eine Abwechslung sorgen.

Auch die Schüler haben ihre wöchentliche oder vierzehntägige Klassenratssitzung, wo sie ihre Anliegen besprechen, Gesprächsregeln trainieren und Moderationstechniken erlernen. Im Unterricht verfügt der einzelne Schüler wiederum über die Freiheit, wann, wo und wie er die gestellten Aufgaben bis zu den vorgegebenen Terminen bewältigen will.

„Freiheit und Kooperation“, diese Grundprinzipien der Cool-Strategie kommen aus dem in den Niederlanden praktizierten Daltonplan: Wahlfreiheit und Eigenverantwortung für den Lernfortschritt, Zusammenarbeit und Teamfähigkeit, selbstständiges Planen und Organisieren. Es geht um die Entscheidungsfreiheit der Schüler in einem Teilbereich ihrer Arbeit. Die Schüler arbeiten mit schriftlichen, oft auch fächerübergreifenden Arbeitsaufträgen, die Lehrkräfte werden zu Moderatoren, zu Begleitern des Lernprozesse, zum Coach.

Der Erfolg? Weniger Nicht genügend, weniger Fehlstunden, höhere Schulzufriedenheit, Steigerung der Motivation. „Es gibt eine deutliche Verbesserung in den Bereichen Persönlichkeitsentwicklung und Sozialkompetenz sowie leichte Verbesserungen im Bereich der fachlichen Leistung“, sagt Georg Neuhauser.

In den Niederlanden oder in Dänemark nimmt das sogenannte „offene Lernen“ 60 bis 70 Prozent der Schulzeit ein, in den österreichischen Cool-Schulen gestaltet man etwa 30 Prozent nach dem Cool-Konzept. „Ein Lehrer-zentrierter Unterricht ist weiter notwendig“, sagt Neuhauser. Bei diesem Lehrervortrag gehe es um konkrete Instruktionen, an die sich ein Arbeitsauftrag anschließt; oder um Sachverhalte, die für alle Schüler und für deren Projektausführungen wichtig sind. Der reine „Stoffunterricht“ ist wiederum Teil der Instruktionen bzw. Teil des offenen Lernens.

Natürlich gibt es auch in den Cool-Klassen Schüler die eine Klasse wiederholen müssen. Das ist dann der Fall, wenn Schüler die Arbeitsaufträge verweigern und auch bei Wiederholungen versagen. Die Repetentenquote ist aber im Vergleich zu früher deutlich gesunken.

Erste Impulse aus der Wirtschaft

Die beiden Verantwortlichen für das 2001 gegründete Cool-Impulszentrum, Helga Wittwer Georg Neuhauser, wollen so viele Schulen wie möglich für ihr Unterrichtsmodell gewinnen. „Nach oben soll es keine Grenzen geben“, so das Motto. Der bisherige Cool-Kreis besteht aus Handelsschulen, Handelsakademien und höhere Lehranstalten für wirtschaftliche Berufe (HLW), weil eben der partnerschaftliche Arbeitsunterricht immer schon von der Wirtschaft und Industrie gefordert wurde. Jetzt will man aber bestehende Gräben zwischen den Schultypen überwinden und den Cool-Virus in die AHS hineintragen. Am Gymnasium in Bad Ischl gibt es bereits eine erste Cool-Klasse, weitere sollen folgen.

(”Die Presse”, Print-Ausgabe, 27.10.2008)

Online-Artikel und mehr Informationen auf diepresse.com

14
Dec

Gesellschaft: Unerzogene Kinder, unfähige Eltern

Aus meinem NEWS Archiv: 16. Juli 2009

In Europa grassiert eine neue Variante der Kinderfeindlichkeit – diesmal gepaart mit einem Frontalangriff auf die Eltern.

Sein Buch hat in Deutschland und Österreich gleichermaßen für Furore gesorgt. Kein Wunder – sprach doch der Titel „Warum unsere Kinder Tyrannen werden“ vielen Zeitgenossen aus der Seele. Interessanter aber sind die Beweggründe, die den deutschen Kinder- und Jugendpsychiater Michael Winterhoff veranlassten, seinen Bestseller zu schreiben: Es sei ein Buch für alle, die verhindern wollten, dass „unsere Gesellschaft ihre Kinder eines Tages hassen wird“.

Winterhoff macht sich damit zum Repräsentanten eines Phänomens, das in der westeuropäischen Gesellschaft immer deutlicher zutage tritt: eine neue Spielart der Kinderfeindlichkeit, diesmal gepaart mit einem Frontalangriff auf die Eltern.

Dabei handelt es sich nicht „nur“ um die ältere Dame, die sich über das Kindergeschrei in der Straßenbahn aufregt, oder um das Restaurant, das kleine Gäste nicht über seine Schwelle lässt. Winterhoff greift etwas auf, das tiefer geht: die wachsende Abneigung gegen eine Kinder- und Jugendlichengeneration, die von vielen als aufmüpfig, fordernd und respektlos empfunden wird. Auffallend ist, wie aggressiv dabei das Ressentiment gegen die Eltern ausfällt: als Verursacher, deren mangelnde Erziehungskompetenz und falsch verstandene Elternliebe allerorten kleine „Monster“ hervorbringt.

Winterhoffs Pauschalverurteilung einer ganzen Kinder- und Elterngeneration illustriert die Spannungen und Belastungen, unter denen die Familie heute existieren und funktionieren muss. Nicht nur sollen Kinder und Beruf von den Eltern (als Menschen mit einem Rest an Recht auf ein eigenes Leben) unter einen Hut gebracht werden. Viele Mütter und Väter beklagen mittlerweile auch, dass sie ständig das Gefühl haben, sich rechtfertigen zu müssen und der Umwelt zu erklären, warum sie das, was sie tun, nicht erfolgreicher hinkriegen. „Alle wissen immer alles besser als die Eltern“, lautet die Klage vieler Erziehungsberechtigter.

Am besten gar keine Kinder?

In den Augen einiger Experten beschleunigt das das Ticken der demografischen Zeitbombe. Denn durch die ständige Kritik an Kindern und ihren Eltern gewinnt die Sicht immer mehr an Akzeptanz, dass Nachwuchs zu haben den Aufwand weder finanziell noch zeitlich lohnt und von der Gesellschaft ohnedies nicht honoriert wird. Auf den extremen Punkt gebracht hat dies die französische Autorin Corinne Maier mit ihrem Buch „No Kid – 40 Gründe, keine Kinder zu haben“. Maier – mit der Absolution, selbst Mutter zweier Kinder zu sein – kommt darin zu dem Schluss, dass Kinder per definitionem „kleine Monster“ seien. Und man sie daher am besten gar nicht bekommt. Die Konsequenzen dieser zunehmenden Kinderskepsis sind aus jeder – sinkenden – Geburtenstatistik ersichtlich.

Die Frage ist, warum es heute so akzeptabel – und so einfach – ist, Kinder und Eltern in Bausch und Bogen als „Monster“, „Tyrannen“ beziehungsweise „Versager“ abzuurteilen. Obwohl Erziehungsexperten wie der Däne Jesper Juul diese Entwicklung ebenfalls mit Sorge registrieren, können auch sie nicht mit fertigen Erklärungen aufwarten.

Juul, der sich anlässlich des Symposions „Kindheit und Gesellschaft“ (veranstaltet u.a. von „Welt der Kinder“ und „SOS Kinderdorf“), in Bregenz aufhielt, bemerkt diesen Trend aber sogar in den berühmt kinderfreundlichen skandinavischen Ländern. Seiner Meinung nach krankt das Verhältnis zwischen Kindern, Eltern und der Gesellschaft an sowohl positiv als auch negativ verzerrten Vorstellungen, denen nur eines gemeinsam ist: Sie sind beide unrealistisch. Auf der einen Seite würde ein romantisches Familienbild verkauft, das dann manchmal im Chaos ende: „Weil Kinder eben nicht dauernd wunderbar sind, werden sie in einer solchen Konstellation dann im Zweifelsfall auf eine süße Art vernachlässigt.“

Futter für negative Schlagzeilen

Dem gegenüber stehe ein – auch stark von den Medien forcierter – negativer Ansatz. „Kinder werden zunehmend nur noch als Problem erlebt und dargestellt“, meint Juul. „Über Wochen und Monate liest man, wie fürchterlich Kinder und Jugendliche sind. Wie sie das Leben bereichern, darüber wird nicht oft geschrieben.“

Diese Kritik am „täglichen Gruselelement Kind“ unterschreibt auch Elisabeth Schaffelhofer vom Netzwerk Kinderrechte. Sie sieht aber noch ein anderes Problem: die hohen Ansprüche, die Eltern an sich selbst stellen; dass sie ihren Kindern – nicht nur materiell – so viel wie möglich bieten wollen. 80 bis 90 Prozent deutscher und österreichischer Eltern erziehen „partnerschaftlich“, dass heißt mit viel Erklärung, Verhandlung und Überredung.

Der Erfolg von Winterhoff und anderen suggeriert der derzeitigen Elterngeneration allerdings, dass auch sie – wie schon die autoritäre und anti-autoritäre Generation vor ihr – alles falsch macht. Doch in allen schlauen Büchern fehlt leider eines: eine Lösung.

(”Die Presse”, Print-Ausgabe, 27.10.2008)
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09
Dec

Der Lauf Der Dinge (Film, 1987)

Aus meinem NEWS Archiv: 16. July 2009

Mehr Informationen zum Film finden Sie hier!