Rückenschmerzen ade – Vibrationsalarm bei schlechter Sitzhaltung

Rückenschmerzen sind eine Volkskrankheit, die oft durch stundenlanges falsches Sitzen oder Stehen am Arbeitsplatz ausgelöst wird. Rund 75 % der 30- bis 60-Jährigen leiden unter einmaligen oder wiederkehrenden Rückenschmerzen. Abhilfe verspricht ein kleines Gerät, das bei falscher Haltung Alarm schlägt und somit Rückenschmerzen vorbeugen kann.

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Studenten der TU Darmstadt haben ein kleines Gerät entwickelt, das Fehlhaltungen und Haltungsschäden im Rückenbereich vorbeugen und verhindern kann. Sie wurden dafür beim TU-Ideenwettbewerb 2010 mit dem dritten Platz ausgezeichnet.

Der Sensor wird auf den unteren Rücken geklebt, oder auf die Schulter. Er ist flach und winzig klein, und somit unter der Kleidung unsichtbar. Die Bedienung ist ganz einfach – durch einen Knopfdruck kann das Gerät ein- bzw ausgeschaltet werden. In dem Moment, wo eine ungünstige Haltung eingenommen wird, meldet das Gerät durch einen Vibrationsalarm. So können Rückenschmerzen gar nicht erst entstehen!

In dem kleinen Gerät steckt eine ausgefeilte Technik: Die ideale Sitzposition wird für jede Person individuell ermittelt und per Knopfdruck in dem Mikro-Rechner gespeichert. Sobald der Sensor über einen Zeitraum von mehr als einer Minute eine Abweichung registriert, meldet ein Vibrationsalarm, und die Sitzposition kann korrigiert werden. Über eine Speicherfunktion kann der Stick sogar den Tages- und Wochenverlauf aufzeichnen. So ist es möglich, die Zeiten von rückenschonender und falscher Haltung gegenüberzustellen, und Lerneffekte können beobachtet werden.

Durch die zusätzliche Integration eines GPS-Chips kann festgestellt werden, an welchen Orten die Fehlhaltungen besonders häufig auftreten, etwa im Büro, oder im Auto, und es können geeignete Maßnahmen ergriffen werden.

Wer sich zB nach einem Bandscheibenvorfall zu wenig bewegt, schwächt die Muskulatur zusätzlich. Wie wichtig die richtige Haltung ist, ganz besonders nach einem Bandscheibenvorfall, können Sie hier in diesem Video sehen.

Derzeit ist das Produkt noch nicht am Markt erhältlich, denn es wird noch nach einem geeigneten Produzenten gesucht.

Dein MED und Mehr Team

Dein mobiler Gesundheitscheck – das Gesundheitsmanagement der Zukunft!

Derzeit gibt es tausende kostenlose bis günstige Apps (englisches Kurzwort für “Anwendungen”) für das iPhone. Spieleapps, Apps fürs Business und für die Bildung. Es gibt fast nichts, das das iPhone nicht kann!

Seit kurzer Zeit gibt es neben den Apps aber auch neue und äußerst innovative Zusatzprodukte, von denen wir heute eines vorstellen möchten: Dein Gesundheitsmanagement der Zukunft!

Als einer der führenden Spezialisten in der privaten Gesundheitsvorsorge hat die Firma Medisana mit den VitaDoc Produkten eine Serie zertifizierter Medizinprodukte sowie eine Körperanalysewaage entwickelt. Die verschiedenen Messmodule der Serie für Blutdruck, Gewicht und Körpertemperatur sind kombiniert mit einer zentralen kostenlosen Software-Applikation, der VitaDoc App.

Angedockt an ein Endgerät wie Dein iPhone, iPad oder Deinen iPod touch hast Du die Messung, Auswertung und Kontrolle Deiner wichtigsten Vitalfunktionen sicher im Griff! Du benötigst nur eine einzige App, die VitaDock App, welche beim ersten Anschließen aus dem App-Store fast automatisch heruntergeladen und installiert ist, und auch selbständig regelmäßige Updates ausführt. So kannst du die gemessenen und gespeicherten Ergebnisse jederzeit aufrufen, und auch via E-Mail an Deinen Arzt übermitteln.

ThermoDock: das innovative Infrarot-Thermometer für die präzise Temperaturmessung
Die einfache und bequeme Messung der Körpertemperatur ist durch die berührungslose Infrarottechnik sehr hygienisch. Durch die Speicherungsmöglichkeit von verschiedenen Profilen kann das Gerät auch von mehrern Personen genutzt werden. Automatische Fieberanzeige bei erhöhter Temperatur. Eine weitere Einsatzmöglichkeit ist die Messung der Temperatur von Oberflächen und Flüssigkeiten, wie zB Tee, Badewasser oder Babymilch.
Abmessungen: 31.5 x 58 x 9.4 mm, Gewicht: 20 g.
Der ThermoDock im Test bei futurezone: klein und handlich, einfach bedienbar, auch für Menschen, die damit noch wenig Erfahrung haben. Für Menschen, die täglich ihre Körpertemperatur beobachten und protokollieren müssen, bringt das Gerät auf jeden Fall eine Zeitersparnis mit sich und trotzdem relativ genaue Werte. Fazit: “gut, aber teuer”.

zB bei T-Mobile erhältlich um 79,90 €

TargetScale: die Körperanalysewaage mit Zielfunktion für schnellen Erfolg
Präzise Ermittlung von Gewicht, BMI (Body Mass Index), Anteil Körperfett und -wasser, Knochen- und Muskelmasse. Durch die Verbindung zum iPhone oder iPad können alle Werte gespeichert, im Zeitverlauf verfolgt, und ausgewertet werden. Bis zu vier individuelle Nutzerprofile können angelegt werden plus zusätzlich 5 iOS Nutzer.
Abmessungen: 36 cm Durchmesser, Gewicht: 2 kg.
Die TargetScale im Test bei futurezone: für Athleten ein guter Begleiter bei ihren Trainings, so lässt sich damit zielgenau die Körperanalyse-Werte vor und nach dem Essen oder Trainieren messen. Auch zum Abnehmen bei Übergewicht könnte die Waage ihren Beitrag leisten, allerdings erweist sich die Verbindung mit Bluetooth als etwas schwierig

zB bei T-Mobile erhältlich um 149,90 €

CardioDock: das Messmodul für Blutdruck und Puls
Blutdruck und Puls werden am Oberarm gemessen, und können im iPhone oder iPod gespeichert und graphisch im Zeitverlauf dargestellt werden. Der exakte Messwert wird aus drei aufeinander folgenden Messungen ermittelt.
Abmessungen: Manschette 22 – 32 cm.
Das CardioDock im Test bei futurezone: leichte Bedienung, Veränderungen können auch über einen langen Zeitraum genau beobachtet werden.

zB bei T-Mobile erhältlich um 129,90 €

Mit den VitaDock Produkten der Firma Medisana wird Deine Gesundheit mobil!

Dein MED und Mehr Team

AliveCor macht Ihr iPhone zu einem EKG

Aus meinem News Archiv: 23. November 2011
Fast täglich werden wir mit neuen Funktionen von Smartphones überrascht. Anrufe, SMS, Emails und der Wetterbericht sind schon sehr interessant, aber einige Unternehmen machen das Beste daraus. Sehen Sie zum Beispiel die iPhone App “EKG”, die zur Zeit entwickelt wird.

AliveCor macht Ihr iPhone zum EKG

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Stadtdialog "Changing Places": Vortrag von Architekt Kent Larson

Aus meinem  News-Archiv: 06.06.2011

Im Rahmen der “Wiener Stadtdialoge” hält Architekt Kent Larson auf Einladung der Vizebürgermeisterin der Stadt Wien, Frau Mag.a Maria Vassilakou einen Vortrag an der TU Wien.

Im Anschluss an den Vortrag diskutieren Prof. Larson, Vizebürgermeisterin Vassilakou, Prof. Luchsinger, Edeltraut Stiftinger und Katja Schechtner neue Strategien zur Veränderung von Städten.

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One Laptop Per Child

Aus meinem News Archiv: May/June 2008

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For more information, go to technologyreview.com

Lehren und Lernen: „Cool, eine eher exotische Sache“

Aus meinem NEWS Archiv: 27. Oktober 2008

Das Impulszentrum für „Cooperatives Offenes Lernen“ (Cool) räumt mit dem klassischen Unterricht auf. In einem Teil der Schulstunden ist der Lehrer Partner, die Schüler bestimmen Tempo und Stoffbereich.

Man kann mit anderen zusammen arbeiten.“ „Das ist jetzt viel lustiger.“ „Es bleibt einfach mehr hängen.“

Unterricht einmal anders. Interessant, abwechslungsreich, mitunter fröhlich, die Schüleraussagen sind eindeutig. Es darf, richtiger: soll mit den Mitschülern geredet werden. Und das alles nicht in einem Sondertyp einer Privatschule, sondern durchaus im öffentlichen Schulwesen. Genauer: in jenen berufsbildenden höheren Schulen, die sich am Projekt „Cool“ beteiligen.

Georg Neuhauser und Helga Wittwer, beide von der Handelsakademie Steyr, sind die Initiatoren des Projekts „Cooperatives Offenes Lernen“, kurz Cool genannt. Es geht dabei in erster Linie um eine Lehrerkooperation, „eine eher exotische Sache“, wie Neuhauser sagt. Denn Lehrer sind hierzulande ausgebildete Einzelkämpfer. Die Teamarbeit ist dabei weitgehend unbekannt. Neuhauser: „Die meisten Lehrer sind gewohnt, dass ihnen niemand dreinredet, sie lassen sich ihre Freiheit nicht nehmen.“ Und parallel dazu steht die Teamarbeit der Schüler.

Die beiden Cool-Initiatoren haben schon vor zwölf Jahren ein Bedürfnis für eine Veränderung festgestellt. 1996 starteten sie ihr Pionierprojekt, das derzeit eine steile Aufwärtsentwicklung erlebt. Bereits mehr als 80 Schulen praktizieren in der einen oder anderen Form den Cool-Unterricht. Die Grundidee der gesamten Initiative ist recht einfach: Wenn Schülerinnen und Schüler teamfähig werden sollen, dann müssen es die Lehrerinnen und Lehrer auch sein. Sie müssen sich also zu Einstiegsklausuren zu Beginn des Schuljahres, dann zu regelmäßigen Teamsitzungen zwecks Reflexion und Weiterentwicklung des Cool-Projekts treffen. Ohne zusätzliche Gage oder angerechneter Unterrichtsstunde übrigens.

Die Lehrkräfte machen mit, „weil es ein Bedürfnis nach einer Veränderung des Unterrichts gibt“ (Neuhauser). Denn einem fünf- oder sechsstündigen Vortrag – wenig schmeichelhaft als Frontalunterricht gebrandmarkt – könnten die Schüler nicht konzentriert folgen. Also müsse man für eine Abwechslung sorgen.

Auch die Schüler haben ihre wöchentliche oder vierzehntägige Klassenratssitzung, wo sie ihre Anliegen besprechen, Gesprächsregeln trainieren und Moderationstechniken erlernen. Im Unterricht verfügt der einzelne Schüler wiederum über die Freiheit, wann, wo und wie er die gestellten Aufgaben bis zu den vorgegebenen Terminen bewältigen will.

„Freiheit und Kooperation“, diese Grundprinzipien der Cool-Strategie kommen aus dem in den Niederlanden praktizierten Daltonplan: Wahlfreiheit und Eigenverantwortung für den Lernfortschritt, Zusammenarbeit und Teamfähigkeit, selbstständiges Planen und Organisieren. Es geht um die Entscheidungsfreiheit der Schüler in einem Teilbereich ihrer Arbeit. Die Schüler arbeiten mit schriftlichen, oft auch fächerübergreifenden Arbeitsaufträgen, die Lehrkräfte werden zu Moderatoren, zu Begleitern des Lernprozesse, zum Coach.

Der Erfolg? Weniger Nicht genügend, weniger Fehlstunden, höhere Schulzufriedenheit, Steigerung der Motivation. „Es gibt eine deutliche Verbesserung in den Bereichen Persönlichkeitsentwicklung und Sozialkompetenz sowie leichte Verbesserungen im Bereich der fachlichen Leistung“, sagt Georg Neuhauser.

In den Niederlanden oder in Dänemark nimmt das sogenannte „offene Lernen“ 60 bis 70 Prozent der Schulzeit ein, in den österreichischen Cool-Schulen gestaltet man etwa 30 Prozent nach dem Cool-Konzept. „Ein Lehrer-zentrierter Unterricht ist weiter notwendig“, sagt Neuhauser. Bei diesem Lehrervortrag gehe es um konkrete Instruktionen, an die sich ein Arbeitsauftrag anschließt; oder um Sachverhalte, die für alle Schüler und für deren Projektausführungen wichtig sind. Der reine „Stoffunterricht“ ist wiederum Teil der Instruktionen bzw. Teil des offenen Lernens.

Natürlich gibt es auch in den Cool-Klassen Schüler die eine Klasse wiederholen müssen. Das ist dann der Fall, wenn Schüler die Arbeitsaufträge verweigern und auch bei Wiederholungen versagen. Die Repetentenquote ist aber im Vergleich zu früher deutlich gesunken.

Erste Impulse aus der Wirtschaft

Die beiden Verantwortlichen für das 2001 gegründete Cool-Impulszentrum, Helga Wittwer Georg Neuhauser, wollen so viele Schulen wie möglich für ihr Unterrichtsmodell gewinnen. „Nach oben soll es keine Grenzen geben“, so das Motto. Der bisherige Cool-Kreis besteht aus Handelsschulen, Handelsakademien und höhere Lehranstalten für wirtschaftliche Berufe (HLW), weil eben der partnerschaftliche Arbeitsunterricht immer schon von der Wirtschaft und Industrie gefordert wurde. Jetzt will man aber bestehende Gräben zwischen den Schultypen überwinden und den Cool-Virus in die AHS hineintragen. Am Gymnasium in Bad Ischl gibt es bereits eine erste Cool-Klasse, weitere sollen folgen.

(”Die Presse”, Print-Ausgabe, 27.10.2008)

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Gesellschaft: Unerzogene Kinder, unfähige Eltern

Aus meinem NEWS Archiv: 16. Juli 2009

In Europa grassiert eine neue Variante der Kinderfeindlichkeit – diesmal gepaart mit einem Frontalangriff auf die Eltern.

Sein Buch hat in Deutschland und Österreich gleichermaßen für Furore gesorgt. Kein Wunder – sprach doch der Titel „Warum unsere Kinder Tyrannen werden“ vielen Zeitgenossen aus der Seele. Interessanter aber sind die Beweggründe, die den deutschen Kinder- und Jugendpsychiater Michael Winterhoff veranlassten, seinen Bestseller zu schreiben: Es sei ein Buch für alle, die verhindern wollten, dass „unsere Gesellschaft ihre Kinder eines Tages hassen wird“.

Winterhoff macht sich damit zum Repräsentanten eines Phänomens, das in der westeuropäischen Gesellschaft immer deutlicher zutage tritt: eine neue Spielart der Kinderfeindlichkeit, diesmal gepaart mit einem Frontalangriff auf die Eltern.

Dabei handelt es sich nicht „nur“ um die ältere Dame, die sich über das Kindergeschrei in der Straßenbahn aufregt, oder um das Restaurant, das kleine Gäste nicht über seine Schwelle lässt. Winterhoff greift etwas auf, das tiefer geht: die wachsende Abneigung gegen eine Kinder- und Jugendlichengeneration, die von vielen als aufmüpfig, fordernd und respektlos empfunden wird. Auffallend ist, wie aggressiv dabei das Ressentiment gegen die Eltern ausfällt: als Verursacher, deren mangelnde Erziehungskompetenz und falsch verstandene Elternliebe allerorten kleine „Monster“ hervorbringt.

Winterhoffs Pauschalverurteilung einer ganzen Kinder- und Elterngeneration illustriert die Spannungen und Belastungen, unter denen die Familie heute existieren und funktionieren muss. Nicht nur sollen Kinder und Beruf von den Eltern (als Menschen mit einem Rest an Recht auf ein eigenes Leben) unter einen Hut gebracht werden. Viele Mütter und Väter beklagen mittlerweile auch, dass sie ständig das Gefühl haben, sich rechtfertigen zu müssen und der Umwelt zu erklären, warum sie das, was sie tun, nicht erfolgreicher hinkriegen. „Alle wissen immer alles besser als die Eltern“, lautet die Klage vieler Erziehungsberechtigter.

Am besten gar keine Kinder?

In den Augen einiger Experten beschleunigt das das Ticken der demografischen Zeitbombe. Denn durch die ständige Kritik an Kindern und ihren Eltern gewinnt die Sicht immer mehr an Akzeptanz, dass Nachwuchs zu haben den Aufwand weder finanziell noch zeitlich lohnt und von der Gesellschaft ohnedies nicht honoriert wird. Auf den extremen Punkt gebracht hat dies die französische Autorin Corinne Maier mit ihrem Buch „No Kid – 40 Gründe, keine Kinder zu haben“. Maier – mit der Absolution, selbst Mutter zweier Kinder zu sein – kommt darin zu dem Schluss, dass Kinder per definitionem „kleine Monster“ seien. Und man sie daher am besten gar nicht bekommt. Die Konsequenzen dieser zunehmenden Kinderskepsis sind aus jeder – sinkenden – Geburtenstatistik ersichtlich.

Die Frage ist, warum es heute so akzeptabel – und so einfach – ist, Kinder und Eltern in Bausch und Bogen als „Monster“, „Tyrannen“ beziehungsweise „Versager“ abzuurteilen. Obwohl Erziehungsexperten wie der Däne Jesper Juul diese Entwicklung ebenfalls mit Sorge registrieren, können auch sie nicht mit fertigen Erklärungen aufwarten.

Juul, der sich anlässlich des Symposions „Kindheit und Gesellschaft“ (veranstaltet u.a. von „Welt der Kinder“ und „SOS Kinderdorf“), in Bregenz aufhielt, bemerkt diesen Trend aber sogar in den berühmt kinderfreundlichen skandinavischen Ländern. Seiner Meinung nach krankt das Verhältnis zwischen Kindern, Eltern und der Gesellschaft an sowohl positiv als auch negativ verzerrten Vorstellungen, denen nur eines gemeinsam ist: Sie sind beide unrealistisch. Auf der einen Seite würde ein romantisches Familienbild verkauft, das dann manchmal im Chaos ende: „Weil Kinder eben nicht dauernd wunderbar sind, werden sie in einer solchen Konstellation dann im Zweifelsfall auf eine süße Art vernachlässigt.“

Futter für negative Schlagzeilen

Dem gegenüber stehe ein – auch stark von den Medien forcierter – negativer Ansatz. „Kinder werden zunehmend nur noch als Problem erlebt und dargestellt“, meint Juul. „Über Wochen und Monate liest man, wie fürchterlich Kinder und Jugendliche sind. Wie sie das Leben bereichern, darüber wird nicht oft geschrieben.“

Diese Kritik am „täglichen Gruselelement Kind“ unterschreibt auch Elisabeth Schaffelhofer vom Netzwerk Kinderrechte. Sie sieht aber noch ein anderes Problem: die hohen Ansprüche, die Eltern an sich selbst stellen; dass sie ihren Kindern – nicht nur materiell – so viel wie möglich bieten wollen. 80 bis 90 Prozent deutscher und österreichischer Eltern erziehen „partnerschaftlich“, dass heißt mit viel Erklärung, Verhandlung und Überredung.

Der Erfolg von Winterhoff und anderen suggeriert der derzeitigen Elterngeneration allerdings, dass auch sie – wie schon die autoritäre und anti-autoritäre Generation vor ihr – alles falsch macht. Doch in allen schlauen Büchern fehlt leider eines: eine Lösung.

(”Die Presse”, Print-Ausgabe, 27.10.2008)
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Der Lauf Der Dinge (Film, 1987)

Aus meinem NEWS Archiv: 16. July 2009

Mehr Informationen zum Film finden Sie hier!

Web 2.0 und das Business der Zukunft: Wiki, Facebook und Youtube für mehr Unternehmenserfolg

Aus meinem NEWS Archiv:  16. July 2009

Rund 300 web-affine Teilnehmer, darunter CEO, CIO sowie IT-Verantwortliche und Entscheidungsträger aus ganz Europa, fanden sich Anfang September zum Zukunftskongress »talk the future«, einer Initiative der IMC Fachhochschule Krems und des Linzer Software-Konzerns Fabasoft, ein.

E-MAIL IST VON GESTERN
Don Tapscott, Bestsellerautor von »Wikinomics« und »Growing Up Digital«, überzeugte das Publikum eindrucksvoll, dass die »New Generation« der unter 30-Jährigen und deren Bedürfnisse und Know-how der Schlüssel für erfolgreiches Business sind. Der Gründer und Vorsitzende des Innovations-Unternehmens Genera, dessen Name sich aus dem Begriff »New Generation« ableitet, erforscht, wie Unternehmen Web-2.0-Anwendungen, wie Wikipedia, Facebook, Youtube oder Second Life, für sich nutzbar machen können. Das »New Web« ist heute – E-Mail und »dotcom« sind von gestern, so Tapscott, der regelmäßig mit 12-jährigen Kids Businessmodelle entwickelt, denn »die Net Generation ist dabei, die Welt zu verändern.« Im November erscheint sein neues Buch »Grown Up Digital«.

UNTERNEHMEN DER ZUKUNFT: ENTERPRISE 2.0
Andrew McAfee, Harvard Professor und »Godfather of Enterprise 2.0«, zeigte in seiner fesselnden Präsentation, wie »Social Network Plattformen« in der Unternehmenspraxis funktionieren können. Enterprise-2.0-Technologien eröffnen den Unternehmen neue, innovative Wege zum Businesserfolg und ermöglichen es, neue Personengruppen anzusprechen, die über normale Netzwerke nie erreicht werden können. Interne Strukturen eines »Enterprise 2.0«, wie Funktionen, Workflow oder Informationsmanagement, sind nicht von vornherein festgelegt, sondern können von den Usern bzw. Mitarbeitern modifiziert werden. Will ein Unternehmen zum Enterprise 2.0 werden, muss es grundlegende Änderungen in der Firmenkultur vornehmen, so McAfee, der in den nächsten Jahren noch sehr viel mehr Innovationen kommen sieht.

EXABYTES UND ZETTABYTES: DIE DATENFLUT
Bret Swanson, Autor des Bestsellers »The Coming Exaflood« und Vorsitzender der Progress & Freedom Foundation, gab einen eindrucksvollen Einblick in seine Berechnungen über die bedrohliche Datenflut im Internet. Wir befinden uns in der Phase drei der Internet-Evolution, in der aktuelle technische Entwicklungen und neue Datenformen zu einem exorbitanten Anstieg des globalen Datenvolumens führen. Derzeit sorgen Anwendungen, wie Youtube, IPTV, Bilder in High Definition oder alle weltweiten Conference Calls zusammen, für eine jährliche globale Datenmenge von einem Exabyte oder 10 hoch 18 Bytes. In Zukunft werden aufsehenerregende, photorealistische, interaktive, Real-Time-3D Videospiele und gänzlich computeranimierte Kinofilme in Ultra High Definition dafür sorgen, dass bis 2015 der Datenverkehr auf ein Zettabyte oder 10 hoch 21 Byte (1 + 21 Nullen) anschwillt.

BEST PRACTICE UND GARTNER PANEL
Aufsehenerregende Case Studies zukunftsweisender Unternehmen, darunter Wikipedia, Apple (iPhone SDK), Salesforce, BMW, T-Mobile, Fabasoft und Cisco wurden von führenden Persönlichkeiten präsentiert. Im prominent besetzten Gartner-Panel, benannt nach dem weltweit führenden IT-Entwicklungs- und Beratungs-Unternehmen, diskutierten unter anderen McDonald’s Vizepräsident und CIO Europe & MEA Frank Ellermeyer, Voestalpine IT-Stratege Rudolf Schütz, sowie Raiffeisen Informatik CEO Hartmut Müller über weitreichende zukünftige Veränderungen von Arbeit und Wirtschaft durch technologische Innovationen.

Helmut Fallmann, Vorstand des Linzer Software-Konzerns Fabasoft, der gemeinsam mit der Fachhochschule Krems »talk the future« möglich machte: »Wir alle erleben die umfassenden Veränderungen im Wirtschaftsleben: Globalisierung, Beschleunigung, neue Formen der Wertschöpfung im Rahmen virtueller sozialer Netzwerke. Bei ‘talk the future’ wurde viel über die Zukunft von Arbeit und Business geredet. Jetzt heißt es für uns alle, diese aufregenden neuen Erkenntnisse, Ideen und Anregungen in die Praxis umzusetzen bzw. die, im eigenen Unternehmen bereits bestehenden Web-2.0-Tools weiterzuentwickeln. Wir gehen hoch motiviert nach Hause und freuen uns schon jetzt auf ‘talk the future’ 2009.«

PRAXISBEISPIELE
Heinz Boyer, Geschäftsführer der IMC Fachhochschule Krems, hob neben den inspirierenden Impulsreferaten und hochkarätigen Podiumsdiskussionen die exklusiven Workshops von Apple, Wikipedia und BMW hervor. »Hier konnte man aus erster Hand erfahren, wie Unternehmen Web-2.0-Technologien zum eigenen Vorteil nutzen können und welche Innovationen gewinnbringend umsetzbar sind.«

Die im Audimax präsentierten Web- 2.0-Tools und Social-Networking-Anwendungen, die im Businessalltag immer mehr Beachtung finden, wurden vom Publikum gleich in die Praxis umgesetzt. Nicht nur Don Tapscott, auch einige Teilnehmer stellten noch während des Kongresses Fotos und Kommentare zu »talk the future« in ihren persönlichen Blogs und Wikis online.

SOCIAL NETWORKING BEI WINE UND DINE
Am Freitag abend wurde die Kremser Minoritenkirche in eine einzigartige Gala-Location verwandelt. Die Gäste genossen ein fünfgängiges Gala-Dinner aus regionalen Köstlichkeiten, die von Top-Weinen begleitet wurden.

Der niederösterreichische Weinbaupräsident Franz Backknecht persönlich präsentierte die erlesenen weißen und roten Traubensäfte Grüner Veltliner und Riesling sowie Roter Veltliner und St. Laurent von regionalen Top-Winzern.

Natürlich wurde auch Social Networking der Zukunft betrieben. Zwischen Tafelspitzsülzchen,  Rinderfiletroulade auf Pilzragout und Kaiserschmarrn wurden nicht nur edelste Weine aus der Region verkostet, sondern auch Blog-Urls ausgetauscht und neue »Friends« in Facebook geaddet.

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Wikipedia ist das Rote Kreuz für Wissen im Netz

Aus meinem NEWS Archive: 16. July 2009

Jimmy Wales, Gründer der freien Internet-Enzyklopädie Wikipedia, analysiert die Gründe seines Erfolgs, spricht über die weiteren Ziele und ortet das größte Wachstumspotenzial in den Entwicklungsländern.

WirtschaftsBlatt: Wikipedia ist eine freie Enzyklopädie im Internet, bei der jeder mitarbeiten kann. Wie sind Sie auf diese Idee gekommen?

Jimmy Wales: Vor Wikipedia gab es ein Vorgängerprojekt. Nupedia war ebenfalls eine freie Enzyklopädie, allerdings mit einer sehr hierarchischen Struktur und hohen Einstiegshürden. Dieser akademische Ansatz scheiterte. Schließlich hat mein Mitarbeiter Larry Sanger in der Wiki-Software ein einfacheres System gefunden, um zahlreiche Menschen eine Enzyklopädie schreiben zu lassen. Das Konzept war sehr schnell erfolgreich.

Sie haben Finanzwissenschaften studiert und als Broker gearbeitet. Warum haben Sie ein erfolgreiches Internet-Projekt einer Non-Profit-Gruppe übergeben?

Das war mitten im Dotcom-Crash. Die Wikipedia ist das Rote Kreuz für Wissen und sollte daher nicht auf Gewinn ausgerichtet sein.

Die erfolgreichsten Internet-Projekte haben nie Werbung gemacht?

Es ist heutzutage relativ leicht, sehr große Marken über Mundpropaganda aufzubauen, weil wir in einem Zeitalter leben, in dem jeder mit jedem kommuniziert. Wikipedia ist erfolgreich, weil jeder das Konzept versteht, gut findet und weitererzählt. Bei Google ist es genau dasselbe.

Wenn man einen Begriff googelt, ist meist eines der ersten Ergebnisse von Wikipedia. Ist Google wichtig für den Erfolg der Wikipedia?

Google ist für jeden wichtig, weil sie eine absolut marktbeherrschende Stellung im Bereich der Internet-Suche haben.

Warum greifen Sie Google mit Ihrer eigenen Suchmaschine “Wikia Search” an?

Ich bin ein Verfechter des freien Wettbewerbs und ich glaube an das Konzept der Offenheit. Die Internet-Suche war bisher viel zu verschlossen und niemand weiß genau, wie sie funktioniert. Suchmaschinen müssen offen sein, damit Menschen die Ergebnisse beurteilen, kommentieren und ändern können.

Open Source-Software steht jedem frei zur Verfügung. Wie kann man mit etwas, das nichts kostet, Geld machen?

In diesem Bereich gibt es jede Menge erfolgreiche Geschäftsmodelle. MySQL stellt etwa eine freie Software zur Verfügung und macht Geld durch Support-Verträge. IBM verkauft Hardware, die mit freier Software läuft. Firefox finanziert sich über Werbeanzeigen von Google (genauso wie Wikia Search, Anm.).

Aus dem Bereich der Open Source-Software kommt auch jene zentrale Idee der Wikipedia, dass eine große Masse an Autoren jeden Fehler aufspürt. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, dieses Prinzip auf die Textproduktion anzuwenden?

Offenheit ist in der Softwareentwicklung sehr wertvoll. Wenn in einer Software ein Fehler auftritt, kann man sich als normaler Anwender meist nur beschweren. Als Programmierer könnte man den Fehler aber sofort beheben. Das geht natürlich nur, wenn die Software für den Programmierer frei zugänglich ist. Bei Texten ist das noch viel einfacher, weil es wesentlich mehr gute Autoren als Programmierer gibt.

Was müsste ein Internet-Startup haben, damit Sie investieren würden?

Ich würde am meisten darauf achten, dass die Idee nicht nur für mich alleine interessant ist, sondern dass ich auch sofort jedem davon erzählen will.

Was genau könnte das sein?

Zum Beispiel Dopplr.com. Das ist eine Plattform, auf der man seine Reisepläne und Routen mit anderen Nutzern teilen kann. Dopplr ist eine gute Möglichkeit, auf der ganzen Welt Menschen zu treffen, wenn man viel unterwegs ist. Das Problem ist, dass das nur für einen ganz kleinen Teil der Menschen interessant ist. Aber der Punkt ist, dass Dopplr für mich nützlich ist und dass ich sofort allen Freunden davon erzählt habe.

Wikipedia gibt es zurzeit in mehr als 250 Sprachen. Warum gibt es zum Beispiel in weit verbreiteten Sprachen wie Spanisch weniger Einträge als etwa in der polnischen Wikipedia?

Die Polen sind einfach schlauer und sehen besser aus [lacht]. Ganz generell gibt es einige Faktoren, die den Umfang maßgeblich beeinflussen. Die Verbreitung der Sprache, die Breitband-Marktdurchdringung und die Zahl der Englisch sprechenden Menschen in einem Land. Zum Teil haben diese Menschen schon zuvor die englischsprachige Wikipedia benutzt und sind generell Internet-affiner. Die Deutschen sprechen zum Beispiel besser Englisch als die Franzosen, deshalb ist die deutsche Wikipedia größer. Ein weiterer Faktor scheint das Wetter zu sein. So haben etwa die Schweden und die Finnen gemessen an der Einwohnerzahl relativ große Wikipedias.

In China war Wikipedia für drei Jahre gesperrt. Dennoch ist sie mittlerweile eine der umfangreichsten Versionen.

Die chinesische Wikipedia hat etwa 200.000 Einträge und ist die elft- oder zwölftgrößte Wikipedia. Aber im Vergleich zu der Anzahl an chinesisch sprechenden Menschen, ist das klein. China hat ein starkes Wachstumspotenzial. Derzeit ist es die zweitgrößte Internetnation und bald wird es die größte sein. Zurzeit sind wir Nummer 59 der meistbesuchten Webseiten in China, aber wir werden der chinesischen Wikipedia nun etwas mehr Aufmerksamkeit widmen, um rascher zu wachsen.

Sie haben Breitband-Internet als Faktor für die Internet-Nutzung erwähnt. In Österreich nutzen nur 46 Prozent diese Art des Internet-Zugangs. Wie könnte man das ändern?

Vielleicht ist es zu warm in Österreich [lacht]. Grundsätzlich bin ich ein Verfechter des freien Marktes und habe nur wenig übrig für Subventionierungsmaßnahmen durch Regierungen. Andererseits können Regierungen durch bestimmte Dienste die Internetnutzung steigen. Zum Beispiel durch eine Online-Steuererklärung.

Was ist Ihrer Ansicht nach die wichtigste Zukunftsressource?

Die wichtigste Ressource war schon immer der menschliche Verstand. Der einzige Weg, die Probleme der Welt zu lösen, sind gute Ideen. Bildung ist also besonders wichtig.

Und das Internet ist wichtig, um Wissen zu verbreiten?

Ja, das Wichtigste am Internet ist seine unhierarchische Struktur. Dadurch hat es ein ganz anderes Potenzial als etwa klassische Nachrichten-Medien, die auf Industrienationen wie die USA, Europa oder Japan fixiert sind. Das größte Wachstumspotenzial hat das Internet in China, Indien, Afrika und Südamerika. Wenn alle diese Menschen aus den Entwicklungsländern künftig online gehen, können sie plötzlich direkt mit uns kommunizieren. Die Kosten im Telekommunikationsbereich werden in den kommenden Jahren so stark sinken, dass uns hungernde Menschen aus Afrika anrufen, um sich zu beschweren. Stellen Sie sich vor, das Telefon klingelt und Sie hören “Hallo, ich bin Äthiopier und ich bin hungrig”. Ich meine das natürlich nicht ernst, aber solche Szenarien würden es uns erschweren, nicht hinzusehen.

Das Projekt “One Laptop per Child” versucht Menschen in Entwicklungsländern mit Notebooks zu versorgen, um ihnen den Zugang zum Internet zu erleichtern. Sind Sie ein Fan von diesem Projekt?

Ich mag zwar die Idee, aber ich glaube, dass das die falsche Technologie ist. Ich finde es nicht gut, wenn Regierungen in armen Ländern Geld für Notebooks ausgeben. In den meisten dieser Länder gibt es ausschließlich Privatschulen, die zwischen zwei und vier Dollar pro Monat kosten. Mit 100 Dollar (der Preis eines “One Laptop per Child”-Notebooks, Anm.) könnte man also eine fünfjährige Schulausbildung finanzieren.

(Das Interview führte Sara Gross “Die Presse”)

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