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28
Jul

Bewegte Kinolandschaft

Aufrüsten in den Bezirken und unter freiem Himmel.

GRAZ/KLAGENFURT.Am 15.Juli fiel die letzte Klappe. Mit „Harry Potter“ in der englischen Originalversion verabschiedete sich das „Royal English Cinema“ in der Grazer Conrad-von-Hötzendorf-Straße aus der Kinolandschaft der steirischen Landeshauptstadt.

Das traditionsreiche Lichtspieltheater war in den vergangenen Jahren von der Constantin-Gruppe als Spezialkino für Filme in Originalsprache geführt worden. Darauf müssen Grazer Cineasten aber auch in Zukunft nicht verzichten. Ab Mitte September wird es als „KIZ Royalkino“ weitergeführt – betrieben vom Hausherrn des ehemaligen Augartenkinos, Nikos Grigoriadis. An dessen bisherigem (bis 31.August) und namengebendem Standort im Augarten wird nämlich ein Büro- und Wohnkomplex entstehen. In den Plänen war da für ein Kino kein Platz mehr, was kurzfristig zu einem Gerichtsstreit samt Räumungsklage und einer hektischen Suche nach einer neuen Adresse für das als Programmkino geführte KIZ gesorgt hatte.

Die Constantin-Gruppe setzt indes auf IMAX-Technologie: Wie in Wien wurde Ende Juni ein Saal im Cineplexx Graz mit dieser Projektionstechnologie aufgerüstet.

„Augenauswischerei“

Ganz neu und exklusiv ist das mehrdimensionale Kinospektakel in der Steiermark jedoch nicht. So steht im „Ökopark“ am Stadtrand der oststeirischen Bezirkshauptstadt Hartberg seit bald einem Jahr ein eigener kleiner (100 Sitzplätze) 3-D-Saal – gleich neben dem alten IMAX-Kino aus Wien. Vor fünf Jahren übernahmen die Oststeirer die Anlage, die in Wien gefloppt hatte. Da man kein Franchisenehmer des offiziellen IMAX-Vertriebs ist, nennt man sich allerdings „Maxoom“. Der optische Effekt (2-D mit gebogener Leinwand) ist derselbe, noch dazu wirbt man in Hartberg mit der mit 400 Quadratmetern einzigen Großformatleinwand Österreichs. „Das, was Wien und Graz mit ihren knapp 150 Quadratmetern bieten, ist ein bisserl eine Augenauswischerei“, kann man sich in der Oststeiermark einen hämischen Kommentar nicht verkneifen.

Im engeren Einzugsgebiet des „Maxoom“, gleich hinter der steirisch-burgenländischen Grenze, hat Ende vergangenen Jahres in einem Einkaufszentrum in Oberwart die unter anderem bereits in Leibnitz und Gleisdorf vertretene Dieselkino-Kette einen neuen Standort eröffnet. Der größte Kinotempel des Burgenlands bietet in fünf Sälen 800 Besuchern Platz.

Auch in Liezen in der Obersteiermark ist seit Anfang November ein Großkino am Stadtrand geöffnet. Anders als üblich hungerte ein externer Großinvestor aber nicht den lokalen Kleinbetrieb aus: Die 6,6 Millionen-Euro-Investition (fünf Säle, 710 Sitzplätze) wird von der eingesessenen Liezener Kinobetreiberfamilie Dirninger gemeinsam mit der oberösterreichischen Star-Movie-Gruppe betrieben.

In Klagenfurt hat dieser Tage dagegen der Freiluft-Kinosommer begonnen. Bis 19.August werden im Burghof im Zentrum von Klagenfurt außer aktuellen Streifen unter anderem auch Stummfilme mit Liveorchester gezeigt. Vergangenes Jahr hatte man mehr als 5000 Besucher.

(”Die Presse”, Print-Ausgabe, 28.07.2009)

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